Es geht ein Rufton durch die Welt

So 01.04.2018 | 11:00 Uhr Grosser Saal 
Fr 06.04.2018 | 20:00 Uhr Grosser Saal 
Sa 02.06.2018 | 20:00 Uhr Grosser Saal 

Dmitri Schostakowitsch: aus dem Klavierkonzert Nr. 2 und aus dem Streichquartett Nr. 8; mit Texten von Heidi Overhage-Baader; Camerata Da Vinci, Giovanni Barbato, musikalische Leitung. Goetheanum Eurythmie-Bühne. Evgenija Naumenko und Margrethe Solstad, künstlerisches Konzept

Es geht ein Rufton
durch die Welt

alle Sprachen
sind in ihm versammelt

alle Wesen und Völker
sind in ihm eins

unmissverständlich
kommt das Grosse
geht durch das Kleine
und Kleinste hindurch

wer Ohren hat zu hören
der höre

ein Rufton ruft

geht durch den Aufschrei
der Weltnacht hindurch

Heidi Overhage-Baade

Die Gedichte der Basler Dichterin Heidi Overhage-Baader sind uns wie ein Geschenk zugefallen und sie bilden, zusammen mit der Musik von Dmitri Schostakowitsch, den Kern unseres Programms „Es geht ein Rufton durch die Welt“. Es sind stille und doch dramatische Gedichte, die einen innerlich aufhorchen lassen, die zwischen den Zeilen, in den Atempausen, Neues zulassen und Sprachbilder erzeugen. Die verschiedenen Welten, in denen wir als Menschen leben, werden ausgelotet. „Erwache zu deinem tiefsten inneren Kern, wo die Zukunft beginnt.“ So klingt die Sprache, so tönt es durch die Worte.
Das Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch, gewidmet „Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges“ schrieb er nach seinem Besuch im zerbombten Dresden in nur drei Tagen. Es ist sein persönliches Requiem, dabei benutzt er das musikalische D-Es-C-H-Thema, welches seinen eigenen Initialen entspricht. Der 2. Satz aus dem Konzert für Klavier und Orchester, Schostakowitschs Sohn gewidmet, zeigt die innige Reinheit, und steht im starken Kontrast zum Streichquartett. Mit dem Klavierkonzert in A-Dur von Johann Sebastian Bach findet das Programm einen lichten und bewegungserfüllten Abschluss.

Fast jedes Mitglied des Ensembles ist einstudierend und alle ausübend tätig. In der Zusammenarbeit mit dem Pianisten Hartwig Joerges, der Sprachgestalterin Barbara Stuten, dem Lichtdesigner Ilja van der Linden und Celeste Roux für die Bekleidung entstehen immer neue Inspirationen für das Programm.

Die grösste Inspirationsquelle ist aber die Dichterin selbst, die wir im Herbst 2017 mehrmals besuchen durften. „Sie ist für viele Menschen ein Wegweiser nach innen geworden“, so die Worte ihres Lebensbegleiters Werner Aellen. Er ermöglichte den Besuch ihres Ateliers, wo Heidi Overhage-Baader vielen Menschen helfen

MEINE GEDICHTE – früher hatte ich sie SPRACHBILDER genannt – sind nichts anderes als der verdichtete Ausdruck dessen, was mich tief im Innern meines Wesens bewegt. Manchmal des Nachts mir den Schlaf verwehrt. Manchmal am Morgen, meist kurz nach dem Erwachen, mich aufhorchen lässt – um nicht zu überhören das, was durch mich hindurch wegbegleitend sich mitzuteilen versucht.“
Aus dem Vorwort des Buches „Zwischen den Welten ereignet es sich“

Werke:

Heidi Overhage-Baader
Begegnungsmomente
Nur in den Räumen der Stille
Wenn die Dunkelstunde
Vom Kreuzbaum erwählte
Erst jetzt
Es geht ein Rufton
Aushalten
Im Innern
Horchen lauschen
Gekommen sind wir

Dmitri Schostakowitsch

2. Satz aus dem Konzert
für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102
1., 2., 4., 5. Satz aus dem Streichquartett Nr. 8 op. 110
Präludium Nr. 5 op. 87

Riho Peter-Iwamatsu

Michi – Der Weg
Nicht allein

Johann Sebastian Bach

Klavierkonzert in A-Dur BWV 1055

Mitwirkende:

Eurythmie: Deyan Dimitrov, Raphael Bäumler, Ekaterina Zubchaninova,
Marianne Dill, Michaela Gohdes, Evgenija Naumenko, Riho Peter-Iwamatsu,
Marianne Eidsvaag, Margrethe Solstad

Sprache: Barbara Stuten | Am Flügel: Hartwig Joerges
Camerata Da Vinci, Giovanni Barbato, musikalische Leitung

Goetheanum Eurythmie-Bühne:

Evgenija Naumenko und Margrethe Solstad, künstlerisches Konzept